FOTOS: Kein schöner Land – zwei tolle Vorstellungen!!!

By BKJK, 8. November 2015

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Kein schöner Land – Nehmt Abschied!

Herr Brecht und Frau Europa

 

Ein politisches Musiktheater der Bremer Jugendkantorei e.V.

Die beiden Einakter „Dansen“ und Was kostet das Eisen“ wurden von Bertold Brecht geschrieben, als er vor den Nationalsozialisten aus Deutschland nach Dänemark und Schweden floh. Während Brecht diese Einakter schrieb, hatte Deutschland Polen und die Tschechoslowakei annektiert. Die westlichen Mächte hofften, dass – wenn sie still hielten – Adolf Hitler von weiteren Expansionen absehen würde.

Diese Einakter sind als ein Gleichnis gemeint: Jeder Charakter repräsentiert eine Nation.

 

Inhalt:

Dansen, der assoziativ als Däne erkannt wird, repräsentiert allerdings auch die Schweitz in ihrer unbedingten Neutralität zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Dansen ist sich sicher, dass Verträge den allgemeinen Frieden und die Freundschaft unter „Nachbarn“ sichern.

Der „Kunde“, der das personifizierte Nazi-Deutschland ist, bricht alle Freundschaftsverträge. Er überfällt und tötet seine Nachbarn. Dansen verharrt jedoch in seiner Vertragstreue. Er mischt sich nicht ein, sondern verkauft dem Fremden lieber noch ein Schwein. Dieses Gleichnis über die Geschehnisse zu Beginn des Zweiten Weltkriegs werden durch Brecht noch zugespitzt, in dem er Dansen auf die Frage des Fremden, was für ein Spiel er denn mit seinen Nachbarn spielen würde, antwortet: Wir spielen das „Nichteinmisch-Spiel!“

Der Einakter „Was kostet das Eisen?“ spielt in einem Eisenladen, der von Svenson (Schweden) geführt wird. Dieser wird wiederholt von einem „Fremden“ besucht, der ihm Eisenstangen abkauft. Die Nachbarläden von Frau Tschech (Schuhe) und Herrn Österreicher (Tabak) fallen dem „Fremden“ zum Opfer. Er steigt in ihr Haus ein, raubt und tötet. Svenson lehnt aber die Bitte weiterer Nachbarn (Herr Brit und Frau Gall) ab, an einem gemeinsamen Pakt gegen den Fremden mitzumachen. Er will sein Eisen verkaufen. Denn solange alle Eisen brauchen (um Waffen herzustellen), kann ihm ja nichts passieren. Am Ende fällt er selbst dem Fremden zum Opfer.

„Da denkt man doch, das ist historischer Stoff, doch irgendwie erinnert es einen immer mehr an heute!“ (Emma G., 2015)

Genau dies haben wir aufgegriffen und uns mit den aktuellen Geschehnissen in Deutschland auseinandergesetzt.

Was können wir tun?

Immer mehr Flüchtlinge erreichen Deutschland und bitten um Asyl. Weltweit zählt die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR etwa 60 Millionen Flüchtlinge.

Wir können Stellung beziehen und zeigen, dass neben aller politischen Taktiererei auch noch der Mensch steht.

Eigentlich eine zutiefst christliche Idee.

Klopfet an, so wird euch aufgetan!

Im Laufe der Arbeiten zu diesem Stück kamen wir auf die Idee, noch einen szenischen Einschub zu machen, der sich konkret auf heute bezieht:

Was wäre, wenn es anders herum wäre.

Ein Flüchtling und sämtliche europäischen Staaten bewerben sich in einer Casting Show darum, diesen Flüchtling für ihr Land zu gewinnen.

„Flüchtling sucht Heimat!“

Wie diese Casting Show ausgeht, kann man sich denken!

Frau Europa, die eigentlich nur bei der Auswahl der Kandidaten helfen soll, wird vom Flüchtling zum Sieger erklärt.

So geht es wirklich nicht! Oder doch?

 

Unser Dank geht an…

– die Eva und Bernd Hockemeyer-Stiftung

– die Waldemar Koch-Stiftung

– die Firma Fairtec

M-Medienproduktion

die Winkler Studios

Ich bedanke mich ganz besonders bei Emma Gasster für ihre kluge und engagierte Zusammenarbeit. Bei Jannek Hadamovsky für seinen unermüdlichen Einsatz bei Ton und Bühnenbau, ebenso bei René Hölzel für seine unglaubliche Hilfsbereitschaft.

Drei Tage Bühnenbild! Danke an Clara Strothmann, keiner kann besser Schweine malen!

Mein Dank richtet sich auch an Gerd Anders, der für den richtigen Ton sorgt.

 

In der Pause werden Brezeln und CD’s verkauft!

Der Erlös ist für den Verein Fluchtraum e. V. in Bremen.

Fluchtraum Bremen ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Belange unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) in Bremen einsetzt. Seit 2004 vermittelt der Verein EinzelvormünderInnen und MentorInnen für UMF, führt Infoveranstaltungen und Schulungen zu deren Qualifizierung durch und unterstützt sie und ihre Mündel durch Beratungsangebote.

In enger Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Netzwerkpartnern, engagieren sich die Vereinsmitglieder politisch für die Rechte der jungen Flüchtlinge und die Verbesserung ihrer Lebenssituation. Für das Engagement wurde dem Verein im Jahr 2013 der Hilde-Adolf-Preis der Bürgerstiftung Bremen verliehen.

Fluchtraum unterstützt die ehrenamtlichen Mentorinnen und Vormünder in ihrer Tätigkeit durch Gespräche und Treffen, durch Schulungsveranstaltungen und rechtliche Beratung, die wir größtenteils aus Spenden oder Projektgeldern finanzieren. Den Jugendlichen selbst kommen Spenden, die wir erhalten, in Form von Zuschüssen zu Anwaltskosten oder für Dolmetscher, Sprachkursen, Freizeitveranstaltungen, Sportbekleidung usw. zu Gute.